Wenn du schon länger fotografierst – oder vielleicht gerade erst anfängst – kennst du diese eine Frage vermutlich gut: „Was ist eigentlich mein Stil?“ Den eigenen fotografischen Stil finden kann eine echte Herausforderung sein.
Für mich war das lange ein großes Thema. Ich wollte „meinen Look“ finden. Diesen einen roten Faden, der meine Bilder unverwechselbar macht. Doch so sehr ich auch suchte – er war einfach nicht da. Zumindest nicht sofort. Heute weiß ich: Einen fotografischen Stil findet man nicht über Nacht. Man entwickelt den Stil. Stück für Stück, Bild für Bild, Entscheidung für Entscheidung.
Am Anfang war ich inspiriert – und gleichzeitig überfordert. Ich sah so viele großartige Fotograf*innen und versuchte, irgendwie da mitzuhalten. Ich bearbeitete meine Bilder mal hell und luftig, mal moody, mal kontrastreich. Ich kaufte Presets, probierte alles aus. Und trotzdem fühlte sich nichts so richtig „nach mir“ an.
Ich scrollte stundenlang durch Pinterest, Instagram und Blogs. Und je mehr ich sah, desto größer wurde mein innerer Druck: „Warum weiß ich noch nicht, wie mein Stil aussieht?“
Irgendwann beschloss ich: Ich muss raus aus dem Vergleichen und rein in die Klarheit. Also erstellte ich mir ein Moodboard. Und zwar nicht mit meinen eigenen Bildern – sondern mit allem, was ich liebe.
Ich sammelte:
Es war wie eine kleine Schatzsuche. Und am Ende hatte ich ein visuelles „Ich auf Papier“. Ohne technischen Anspruch. Einfach nur Gefühl.
Dieses Moodboard war mein Gamechanger. Denn plötzlich sah ich, was mich wirklich ausmacht. Ich liebe sanftes Licht, echte Emotionen, natürliche Farben und das Ungeschönte. Das war der Anfang. Ich habe mein Moodboard damals mit Canva erstellt – super einfach und visuell.
Ein Aspekt, der mir dabei immer besonders wichtig war – und es bis heute ist – sind natürliche Hauttöne. Egal ob bei Paaren, Portraits oder Hochzeiten: Die Farben sollen lebendig, aber authentisch sein. Ich wollte nie, dass Menschen auf meinen Bildern entfremdet oder zu glatt wirken. Die Natürlichkeit der Haut ist für mich ein zentrales Element meines Stils geworden.
Was ich damals nicht wusste: Mein Stil war längst da. Ich musste ihn nur zulassen. Die Suche nach dem perfekten Look war eigentlich eine Suche nach mir selbst – und nach dem Mut, nicht allen gefallen zu müssen.
Denn Stil bedeutet auch: Entscheidungen treffen. Und das heißt automatisch auch, manche Dinge nicht zu machen.
Diese Entscheidungen kommen nicht über Nacht. Sie entstehen, wenn du dich immer wieder fragst: „Mag ich das – oder glaube ich, dass ich es mögen sollte?“
Ich finde, es gibt keinen besseren Weg, die eigene Entwicklung zu zeigen, als durch Bilder. Denn sie erzählen, wie ich dachte, wie ich fühlte – und wie ich gesehen habe.
Meine allerersten Bearbeitungen
Damals habe ich mich an Vignette, Kontrasten und warmen Presets ausgetobt. Ich wollte Emotion, aber hatte noch keinen klaren Stil.


Fine Art Phase
Dann kam die Phase, in der ich von zarten Tönen und feinem Licht träumte. Ich mochte die Ästhetik – aber irgendwie fühlte es sich noch nicht „nach mir“ an.



Sanfte Entwicklung
Nach und nach entwickelte ich ein besseres Gefühl für Farbe, Licht und das, was ich wirklich ausdrücken wollte. Ich begann, mehr mit Sonnenlicht zu arbeiten und Emotionen klarer in Szene zu setzen.
Heute: Mein Stil ist ehrlich, warm & gefühlvoll
Heute fotografiere ich so, wie ich Momente spüre. Sanft, lebendig, ungestellt. Ich liebe warme Farben, echtes Licht und Nähe.



Mein Stil ist nicht perfekt – aber er ist ehrlich. Und genau das macht ihn für mich richtig.
Heute weiß ich: Mein Stil ist eine Mischung aus meinem Blick auf Menschen, meiner Art zu fühlen und meiner Haltung gegenüber Momenten. Und genau das macht ihn einzigartig.
Wenn du also gerade suchst – such nicht zu krampfhaft. Du bist auf dem richtigen Weg. Mach weiter. Und vertrau darauf, dass dein Stil dich findet, wenn du ihn nicht zwingst. 💛
Habt ihr mehr Fragen zu dem Thema? Dann schreibt mir gerne